Ratgeber
KI-Kennzeichnung für Händler: Müssen Sie KI-Texte im Shop kennzeichnen?
Von der Sevarto-Redaktion · Stand: 21.08.2026
3 Min. Lesezeit
Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten des EU-KI-Gesetzes (AI Act, VO (EU) 2024/1689, Art. 50). Viele Händler fragen sich: Wenn ich Produktbeschreibungen mit KI erstelle — muss ich das im Angebot kennzeichnen? Die kurze Antwort: Für geprüfte Listing-Texte trifft Sie in der Regel keine gesonderte Kennzeichnungspflicht. Wichtig ist, die Rollen auseinanderzuhalten.
Zwei Rollen, zwei Pflichten
Der AI Act unterscheidet zwischen Anbietern (die ein KI-System bereitstellen) und Betreibern (die es einsetzen). Das ist entscheidend:
- Die technische Kennzeichnungspflicht (Art. 50 Abs. 2) — dass KI-Ausgaben maschinenlesbar als „künstlich erzeugt" markiert werden — richtet sich an die Anbieter der KI-Systeme, nicht an Sie als Händler. Diese Markierung setzt der Anbieter des Systems um.
- Als Händler sind Sie Betreiber. Eine ausdrückliche Offenlegungspflicht trifft Betreiber nur in bestimmten Fällen (siehe unten) — das reine Veröffentlichen einer KI-gestützt erstellten Produktbeschreibung gehört in der Regel nicht dazu.
Wann Betreiber offenlegen müssen
Der AI Act verlangt eine ausdrückliche Offenlegung durch Betreiber vor allem in zwei Situationen:
- bei Deepfakes — KI-erzeugten oder manipulierten Bild-, Audio- oder Videoinhalten, die real wirkende Personen, Objekte oder Ereignisse zeigen, und
- bei KI-erzeugten Texten, die über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren (z. B. journalistische Beiträge).
Eine gewöhnliche Produktbeschreibung ist weder ein Deepfake noch ein Text über eine Angelegenheit von öffentlichem Interesse. Für sie greift diese ausdrückliche Offenlegungspflicht daher in der Regel nicht.
Warum geprüfte Listing-Texte meist unkritisch sind
Zwei Punkte entlasten die typische Händler-Situation zusätzlich:
- Unterstützende Bearbeitung. Setzen Sie KI als Hilfsmittel ein und prüfen, bearbeiten und verantworten das Ergebnis selbst, bevor es online geht, liegt der Schwerpunkt auf Ihrer redaktionellen Kontrolle — nicht auf einer unkontrollierten KI-Ausgabe.
- Kein Kundenchat, keine Irreführung. Die Pflicht, sich als KI zu erkennen zu geben, betrifft Systeme, die direkt mit Menschen interagieren (z. B. Chatbots). Eine statische Produktbeschreibung interagiert nicht mit dem Kunden.
Das ist keine Freigabe, jeden Text ungeprüft zu übernehmen: Ihre Angaben müssen wahr und nicht irreführend sein (das gilt unabhängig vom AI Act). Aber allein die Tatsache, dass ein Text mit KI-Unterstützung entstanden ist, löst für ein normales Angebot keine Kennzeichnungspflicht aus.
Was Sie im Blick behalten sollten
- Zeitliche Details: Die Transparenzpflichten gelten seit dem 2.8.2026; für die technische Markierung durch Anbieter besteht eine Übergangsfrist bis zum 2.12.2026. Beides betrifft die Anbieterseite, nicht Ihre Listing-Texte.
- Leitlinien in Entwicklung: Die EU-Kommission hat Leitlinien und einen Verhaltenskodex zur Kennzeichnung veröffentlicht bzw. in Arbeit. Details können sich konkretisieren — prüfen Sie bei grenzwertigen Anwendungen (etwa KI-generierten Produktbildern, die real wirken) Ihre konkrete Situation.
- Produktbilder: Nutzen Sie KI-generierte Bilder, die einen realen Eindruck erwecken, kann eine Kennzeichnung sinnvoll oder erforderlich sein — das ist etwas anderes als reiner Text.
Wie Sevarto damit umgeht
Sevarto erstellt Ihre Listing-Entwürfe KI-gestützt und weist das transparent aus — und liefert sie als Entwurf, den Sie prüfen und freigeben. Diese redaktionelle Kontrolle auf Ihrer Seite ist genau der Punkt, der geprüfte Listing-Texte unkritisch macht. Sevarto trifft keine Aussage darüber, ob Ihr konkreter Einzelfall eine Kennzeichnung erfordert, und leistet keine Rechtsberatung; im Zweifel prüfen Sie Ihre Situation eigenständig. Aus Ihrer Produktliste (CSV) erstellt Sevarto prüffertige Entwürfe des deutschen Listing-Sicherheitspakets samt Warnhinweisen, Risikoanalyse-Entwurf und hash-verkettet und änderungsgeschützt geführtem Auftrags-, Zahlungs- und Lieferverlauf; in der Regel innerhalb weniger Minuten nach Zahlungseingang; in Ausnahmefällen kann es länger dauern. Sie prüfen, Sie geben frei. Sevarto prüft dabei auch Formvorgaben der Plattform — etwa die Amazon-Titellänge von 75 Zeichen — direkt im Freigabeschritt, damit die Titellänge zur Plattformvorgabe passt. Den Einstieg finden Sie über den kostenlosen GPSR-Scan.
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